RTL-Radioportfolio trotzt dem Reichweitenrückgang

Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. (agma) hat die Werbeträgeranalyse ma 2015 Radio II veröffentlicht. Bei der Erhebung der neuen Radio-Nutzungsdaten gab es einige methodische Veränderungen, so dass ein aussagekräftiger Vergleich zum Abschneiden der Sender in absoluten Zahlen zu vorangegangenen Media-Analysen nur bedingt möglich ist. Erstmals flossen Bevölkerungsdaten aus dem Zensus 2011 in die Analyse ein, wodurch die deutschsprachige Bevölkerung um 1,3 Millionen Menschen geschrumpft ist. Damit sinkt – mit regional unterschiedlicher Ausprägung – automatisch die Anzahl der Radiohörer (sog. Grundgesamtheit) aller Stationen im Vergleich zu vorausgegangenen Erhebungen. Zudem wurden Befragte erstmalig auch über das Mobiltelefon erreicht und die Anzahl der Interviews im Alterssegment zwischen 20 und 49 Jahren aufgestockt.

Erfreuliches und aussagekräftiges Ergebnis: Die Sender des RTL-Radioportfolios halten ihre guten Marktpositionen und können ihre Reichweiten in einigen Gebieten trotz des Zensus-Effektes sogar ausbauen. Während der gesamte Werbefunk insgesamt an Reichweite in Höhe von 3,7% verliert (davon 3% bei den Privatsendern), muss die deutsche RTL-Radiofamilie nur 1% abgeben.

Gert Zimmer, CEO von RTL Radio Deutschland: In Anbetracht der deutlich gesunkenen Bevölkerungszahl und der dadurch entstehenden Reichweiteneffekte, sind wir mit dem Abschneiden unserer Senderfamilie sehr zufrieden. Unsere Stationen liefern ein gutes Zeugnis ab – wir halten unser hohes Niveau im Markt und schaffen es, die Hörer damit langfristig an unsere Programme zu binden. Dies ist im Hinblick auf die weiteren Herausforderungen des medialen Wandels eine gute Ausgangsposition und bestärkt uns darin, auch zukünftig in eine hohe Programmqualität und digitale Innovationen zu investieren“.

Radio Hamburg konnte – trotz der in Hamburg deutlich zurückgegangenen Grundgesamtheit in Höhe von 4,3% – kräftig zulegen und seine Spitzenposition damit ausbauen. Mit 188.000 Hörern in der Durchschnittsstunde (Basis: Mo-Fr. 6-18 Uhr) und einem Marktanteil von 20,6% (Basis: Mo-Fr) überflügelt der Sender die Ergebnisse der letzten Befragung.

Auch Antenne Niedersachsen trotzt dem Zensus-Effekt und gewinnt als einziger Sender im Bundesland deutlich an Hörern hinzu (+8,6 Prozent in der Durchschnittsstunde).

In Berlin bleibt 104.6 RTL unangefochten Marktführer (184.000 Hörer in der Durchschnittsstunde). Auf hohem, gleichbleibendem Niveau liegt auch 105‘5 Spreeradio (82.000 Hörer). Zu den großen Gewinnern zählt RTL-Neuzugang und Jugendsender 93,6 JAM FM, der in der werberelevanten Zielgruppe ein Plus von 8,2% verzeichnet (40.000 Hörer in der Durchschnittsstunde, 14-49).

Das Rahmenprogramm radio NRW hat die Marktführerschaft in der werberelevanten Zielgruppe im bevölkerungsreichsten Bundesland zurückerobert und weist nun knapp 1,7 Mio. Hörer in der Durchschnittstunde aus.

Dass Radio ein verlässlicher Werbeträger bleibt, belegt auch die durchschnittliche Hördauer, die mit 190 Minuten auf konstant hohem Niveau liegt. Die Verweildauer, also die durchschnittliche Nutzungsdauer derjenigen, die Radio hören, ist sogar gestiegen. Sie liegt jetzt bei 245 Minuten, 3 Minuten über dem Wert der Vorerhebung im Frühjahr 2015.